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Historie

Zwischen 1903 und 1906 wurde das Alte Hallenbad im Auftrag des Bauherrn Alois Veth vom Architekten Franz Sales Kuhn erbaut. Der im Jugendstil und Klassizismus erbaute Gesamtkomplex wurde nach der Insolvenz des Bauherrn - er hatte sich verkalkuliert, anstatt der geplanten 480.000 Mark kostete der Bau schließlich 720.000 Mark - von der Stadt Heidelberg 1907 übernommen und weiter ausgebaut. Zusätzliche Einrichtungen sollten das Bad noch angenehmer und beliebter machen. Es wurden Kohlensäure- und Solbäder erstellt, ein elektrisches Lichtbad, und 1908 wurden sogar Friseurräume eingerichtet. Das für lange Zeit einzige „Winterbad“ der Stadt Heidelberg hatte auch eine wichtige hygienische Funktion. In der Altstadt hatten bis weit in die 60er Jahre hinein viele Wohnungen kein ordentliches Bad. Deswegen waren viele Heidelberger auf das „Wannenbad“ angewiesen, meist einmal die Woche marschierten ganze Familien an, um sich baden zu können.

„Man hatte es ganz richtig erkannt,“ so schreiben 1981 die „Bürger für Heidelberg“ in ihrer Dokumentation über das Hallenbad, „dass Baden nicht nur ein gesunder Leistungssport ist, sondern auch Vergnügen, Entspannung und Geselligkeit bedeutet.“ Auf ihre Initiative hin stellte man das Gebäude 1978 unter Denkmalschutz. Die Enttäuschung bei vielen Heidelbergern war groß, als es 1981, nachdem man 1950 und 1967 das Bad noch einmal umgebaut hatte, aus Sicherheitsgründen geschlossen wurde.

Seit diesem Zeitpunkt stand das Alte Hallenbad immer im Mittelpunkt von politischen Diskussionen, die dazu führten, dass die Gebäude zerfielen. Mal sollte ein Kunstverein einziehen, dann sollte es neue Heimstatt der Heidelberger Synagoge und eines Kulturzentrums sein. Nach der europaweiten Ausschreibung entschied sich der Gemeinderat in seiner Sitzung am 16. Oktober 2008 für den Verkauf des Alten Hallenbades an den Heidelberger Investor Hans-Jörg Kraus. Kraus hatte als einziger ein Angebot auf die europaweite Ausschreibung des Verkaufs des Alten Hallenbades abgegeben (RNZ).

Seit dem Ende der sogenannten „Zwischennutzung“ am 16.01.2010 wurde das Alte Hallenbad bis September 2012 erneut um- und angebaut. Auf dem Areal zwischen Bergheimer Straße und Poststraße entstand ein Gebäudekomplex mit ca. 9.000 qm nutzbarer Fläche. Der Bauherr Hans-Jörg Kraus hat Wort gehalten und das Alte Hallenbad wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.